27.03.2016 - 3h-Rennen SHM / Weil am Rhein

Ein bekannter Spruch besagt: Erstens kommt es anders - und zweitens, als man denkt. Es wäre wohl auch die perfekte Zusammenfassung für unseren Gaststart beim SHM Cup (Süddeutsche Hallenkart Meisterschaft) in Weil am Rhein. Denn eigentlich wollten Frank "Pille" Martin und sein Sohn Max das Rennen nur bestreiten, um sich auf die Winterserie an gleicher Stelle vorzubereiten.

Doch Max erwischte eine Erkältung, das Rennen war gebucht und drei Stunden alleine fahren konnte Pille natürlich nicht. So wurde Michael Bräutigam, frischgebackener Meister der "Heavy Man"-Serie, zwei Tage vor dem Rennen angefragt, ob er nicht mal wieder etwas Kart fahren möchte. Zum Glück sagte er auch spontan zu und der Start war gerettet.

Im Gegensatz zu Pille, der die Strecke bestens kennt (und im Schwarzwald-Cup am gleichen Tag und an gleicher Stelle noch P5 holte), war Michael noch nie im "Raceland" im Dreiländereck Deutschland/Frankreich/Schweiz. Bei der Streckenbegehung gab es aber bereits einige wertvolle Tipps. Max übernahm derweil den Posten des Teamchefs, sodass sich die Piloten ganz aufs Fahren konzentrieren konnten.

Im Zeittraining fuhr Pille nur einige Runden, um Michael eine Zeit zur Orientierung vorzulegen. Den Rest der 30-minütigen Sitzung absolvierte Michael, der sich im 13 Teams starken Feld genau in der Mitte einreihte: Platz 7.

Da laut Reglement der Fahrer den Start fahren muss, der im Zeittraining zuletzt im Kart saß, stand Michael als Startfahrer fest. Er hielt sich aus allen Scharmützeln raus, gab kurzfristig einen Platz an Ex-Schaltkart-Weltmeister Mike Halder vom Team Indy Kart Racing ab, übergab aber fahrerwechselbereinigt nach gut 30 Minuten auf Platz 6 liegend an Pille.

Dieser spulte, als alter Hase auf der Bahn, routiniert seine Runden ab und hielt uns im Rennen um Platz 4. Denn die Top 3 waren zu diesem Zeitpunkt vermeintlich schon zu weit weg.

Mit dem ersten Kartwechsel kurz nach der Einstundenmarke war wieder Michael an der Reihe. Dazu muss man sagen, dass bereits klar war: Wir werden zwei weitere gute Karts bekommen, denn diese belegten im Zeittraining Platz 1 und 2! Michael wusste das sofort umzusetzen und fuhr in 49,07 sogar fast nochmal eine halbe Sekunde schneller als im ersten Turn. Nach erneut 30 Minuten hieß es: Platz 5!

Dann war Pille wieder an der Reihe. Im Fernduell mit den Geschwistern Mike und Michelle Halder ging es immer hin und her. Doch diese sollten beim letzten Kartwechsel kein Glück haben und waren in der Entscheidung um die Plätze hinter dem Podium raus.

Ganz im Gegensatz zu Michael und Pille. Das letzte Kart, mit dem die Leader und späteren Sieger vom Team "Kasalla" eine 48,64 fahren konnten, versprach noch einmal einiges. Wieder war es an Michael, den Speed umzusetzen. Und das tat er auf beeindruckende Art und Weise: Er fuhr in 48,57 bei seinem ersten Rennen in Weil am Rhein die schnellste Runde im gesamten Rennen und überholte kurz vor dem letzten Fahrerwechsel den auf P3 liegenden Fahrer!

Dieser war jedoch bereits der Schlussfahrer für das entsprechende Team, sodass Pille nach dem Fahrerwechsel nochmal eine Aufholjagd vor sich hatte. Wie erhofft, konnte er die Lücke auch noch schließen, fuhr mit freier Fahrt fast eine halbe Sekunde schneller als der Vordermann. Doch für einen sauberen Angriff reichte es nicht mehr. Und da wir a) als Gäste da waren und b) Rempler sofort geahndet werden, riskierte Pille im Finish dann auch keine unsinnige Aktion.

So wurde es am Ende zwar "nur" der undankbare vierte Platz. Wenn man aber die Stärke und Dichte des Feldes bedenkt, hätten wir von so einer Platzierung vor dem Rennen nichtmals träumen dürfen. Wie gesagt: Meistens kommt es anders - und zweitens als man denkt!

Aktuellste NEWS

21.11.2017 - TT-Challenge startet am Donnerstag

Die in der vergangenen Saison erstmals abgehaltene TT-Challenge startet am Donnerstag in Singen wieder durch. Zu allen Rennen verzeichnen wir einen Zuwachs von rund 30% an Startern, was uns in unserer Meinung der Challenge bekräftigt.

Anders als im Rennen geht es bei der TT-Challenge nicht um Geschwindigkeit, sondern um Konstanz. Jeder Fahrer fährt gegen sein eigene Bestzeit. Gewertet werden die 5 Runden vor und nach der persönlichen Bestzeit. Die Differenz jeder Runde zur Bestzeit wird addiert. Der Fahrer mit der geringsten Gesamtdifferenz gewinnt den Lauf. Hier bei hat jeder Fahrer 2017/18 zwei Jokerrunden. Das heisst: Die schlechtesten zwei Zeiten werden gestrichen, insgesamt also effektiv 8 Runden gewertet.
Das gemeine: Schafft ein Fahrer einen konstanten Turn und fährt während des Turns eine neue Bestzeit, so hat er sich evtl. ungegewollt einen neuen Bewertungsbereich gesetzt. Man ist also darauf angehalten den kompletten 30 Minutenturn konstant zu fahren.