10.04.2016 / AR-Cup Rennen 1/2016

Mit Spannung wurde der 10. April 2016 von Piloten und Organisatoren erwartet. Nachdem der eigentliche Saisonstart im März kurzfristig aufgrund logistischer Probleme in Steißlingen ins Wasser fiel war Handeln gefragt. Auch das zweite Rennen drohte vorab in Steißlingen zu kippen, weshalb man auf Sicherheit plante und eine kurzfristige Alternative suchte. Diese Alternative fand man in Sulz im Neckar Kart-Center. 2 Wochen vor dem eigentlichen Termin wurde Sulz als Austragungsort bestätigt. Eine kleine logistische Herausforderung stand für die Organisatoren des Cups an. Ein Reglement welches speziell auf die Strecke und das Areal in Steißlingen zugeschnitten ist musste nun auf eine Indoor Kartbahn umgearbeitet werden. Schnell wurde man sich hier jedoch mit der Kartbahn Sulz einig. Eines stand ganz schnell fest: Man war sehr dankbar für die schnelle und unkomplizierte Aufnahme und wollte niemals den Eindruck einer Notlösung vermitteln.

Schon im Vorfeld abgesprochen wurde das Feld von eigentlich 12 Fahrern auf 15 Fahrer erhöht. Nun hatten also auch erstmalig Gaststarter die Chance sich direkt in einem Rennen des AR-Cups zu versuchen. Und sie kamen. Sehr schnell waren auch die restlichen 3 Plätze an Gastfahrer vergeben, welche aus dem Raum Stuttgart, Österreich und dem Allgäu anreisten.  Aufgrund eines administrativen Fehlers standen am Renntag dann sogar 16 Fahrer bereit. Trotz drohender Enge auf der Strecke wurde jedoch auch dem 16. Fahrer die Starterlaubnis erteilt. Weitere Anmeldungen und potenzielle Nachrücker in Sulz mussten dann jedoch abgewiesen werden.

Qualifikation

Pünktlich um 12:20 Uhr startete die 10 minütige Qualifikation. Die volle Strecke forderte die Fahrer sofort und machte eine schnelle Runde auf den Punkt erforderlich. In dem 2 Klassen Feld konnte es so schnell passieren dass man in der schnellen Runde auf einen langsameren Fahrer auflief. Wie hochklassig das Fahrerfeld jedoch tatsächlich ist zeigt sich im Ergebnis. Bis einschließlich des 11. Platzes betrug der Unterschied zwischen den Fahrern keine 0,25 Sekunden. Die Plätze 2 bis 11 befanden sich innerhalb von gerade mal 0,1 Abstand. Bis auf eine Ausnahme lag zwischen allen Fahrern dieser Gruppe gerade mal der Wimpernschlag von 0,01 Sekunden. 
Die Poleposition im ersten AR-Cup Rennen sicherte sich Alexej Zimbelmann. Tatsächlich konnte Zimbelmann als einer der 3 Gastfahrer den Stammfahrern hier kräftig in die Suppe spucken. Mit einem im Verhältnis größeren Vorsprung von 0,130 Sekunden zeigte er seine Erfahrung in Sulz und ließ Vermutungen aufkochen, dass er seine Zusatzgewichte vergessen hätte. Eine Vermutung die sich jedoch nicht bestätigte. Die erste Reihe komplettierte Stammfahrer Michael Bräutigam, gefolgt von Frank Martin und Giovanni Loperfido.
Die erste Poleposition und somit auch den dazugehörigen Bonuspunkt in der AM Klasse konnte Laszlo Lörincz feiern, er ging auf Position 8 ins Rennen

Sprintrennen

Im Sprintrennen wurde schnell klar, Zimbelmann ist heute der Mann den es zu schlagen gilt. Und dass sollte sehr schwer werden. Von der Poleposition profitierend zog er direkt beim Start davon. Mit schnellen und konstanten Runden baute er in dem 20 Minuten Rennen Runde um Runde den Vorsprung aus. Michael Bräutigam fiel im Feld ein wenig zurück und wurde auf Platz 5 durchgereicht, andersrum konnte Sascha Hirling von Platz 5 aus gestartet die gleiche Anzahl an Plätzen gut machen und sich am Ende bis auf Platz 2 vorarbeiten. Richtig auseinander zog sich das Feld während des Rennens jedoch nie. Jeder Fehler hätte sofort einen Positionsverlust bedeuten können. Unbeeindruckt davon: Alexej Zimbelmann. Wie ein Uhrwerk spulte er Runde um Runde ab und ließ sich am Ende auch nicht von Überrundungen beeindrucken. Die von ihm schnellste Runde des Rennens war über 0,4 Sekunden schneller als von jedem anderen Fahrer. Am Ende fuhr er ungefährdet mit 24 Sekunden Vorsprung vor Sascha Hirling und Frank Martin über die Ziellinie.
Enger war hier bis zum Schluss der Kampf um den ersten Rennsieg in der AM Klasse. Wo sich Laszlo Lörincz und Max Martin einen tollen engen Kampf sicherten, welchen Lörincz am Ende mit einer knappen Sekunde Vorsprung für sich entscheiden konnte. Robert Maier komplettierte hier das Podium, konnte aber nicht mehr nach vorne angreifen da zwischen Max Martin und ihm noch 2 weitere PRO Fahrer fuhren.
Die Bonuspunkte für die schnellsten Rennrunden im Sprit gingen an Zimbelmann in der PRO Wertung und Max Martin in der AM Wertung.

Hauptrennen

Im Hauptrennen griffen dann zwei wesentliche Regeländerungen. Zwar wurde die Startreihenfolge wie festgesetzt gemäß dem Zieleinlauf des Sprintrennens umgedreht, jedoch nicht komplett. Die Klassen PRO und AM wurden Blockweise gedreht, so dass die AM Fahrer geschlossen hinter den PRO Fahrern starten konnten. Außerdem erfolgte der Start nicht wie Outdoor geplant in einer Grid Formation, sondern hintereinander. Eine letzte Regeländerung wurde noch unmittelbar nach dem Testrennen im Februar beschlossen: Die Einführung eines Boxenstoppfensters nach 5 Minuten Rennzeit. Mit diesem Schritt wollte man mehr Spannung und Taktik in die Rennen bringen. Nach dem fliegenden Start baute sich sofort Druck im Feld aus, schließlich starteten die jeweils schnellsten Fahrer beider Klassen nun in den hintersten Positionen. Pünktlich nach 5 Minuten öffnete dann das Boxenfenster. Schnell wurde klar, dass einige Fahrer, auch evtl. der etwas unübersichtlichen Boxengasseneinfahrt geschuldet, einen taktischen Fehler machten. Gleich nach Öffnung der Box fuhren die ersten 5, fast direkt hintereinander liegenden Fahrer gleichzeitig zum Pflichtstopp. Im Rückstau gab es so einige Fahrer die zähneknirschend keinen Platzgewinn verzeichnen konnten.  Vorne weg konnte erneut ein Gastfahrer, Tim Lampert, die Pace bestimmen. Von Platz 3 im Hauptrennen gestartet hatte Lampert schnell dank Boxenstopps der anderen Fahrer freie Fahrt. Diese nutzte er in der Manier von Zimbelmann aus dem Sprintrennen und baute den Vorsprung mit freier Fahrt weiter und weiter aus. Ebenfalls richtig taktierte Frank Martin. Während die Konkurrenz geschlossen vor ihm in die Box fuhr zog er eine freie Runde nach der anderen und kam erst 5 Minuten vor Rennende zum Pflichtstopp. Er sorgte bei der Ausfahrt gleichzeitig für eine der spannendsten ihrer Art und konnte sich gerade noch knapp vor dem heranpreschenden Fahrerzug setzen der um den zweiten Platz kämpfte. Auf der Strecke blieb eine Gruppe von 4 Fahrern bis zur Ziellinie eng zusammen. Tim Lampert sicherte sich neben einem Sieg mit 14 Sekunden Vorsprung auch die Bonuspunkte für die schnellste Rennrunde. Frank Martin konnte den zweiten Platz, knapp vor Michael Bräutigam, Lorenzo Heyder und Ronald Lörincz verteidigen. 
In der AM Kategorie konnte sich Robert Maier allen Angriffen von Laszlo Lörincz widersetzen und den Sieg einfahren. Das Podium der AM Kategorie komplettierte Martin Zobel. Die Bonuspunkte für die schnellste Runde gingen erneut an den jüngsten Fahrer des Feldes Max Martin.

Endergebnis

Nun wurde zusammengerechnet, denn Sieger des ersten Laufs des AR-Cups war der Fahrer der kumuliert aus beiden Läufen die meisten Punkte einfahren konnte. Und so war es tatsächlich Gastfahrer Alexej Zimbelmann der mit seinem Sieg im Sprintrennen, sowie den Bonuspunkten aus Qualifkation und für die schnellste Runde im Sprintrennen den 6. Platz im Hauptrennen verschmerzen konnte. Frank Martin fuhr mit der richtigen Taktik und zwei guten Rennergebnissen auf den zweiten Platz. Zwar musste er den Siegerpokal an Zimbelmann abtreten, durfte sich aber trotzdem als erster Sieger des Cups freuen, da Zimbelmann als Gastfahrer nicht in der Meisterschaft gewertet wird. Tim Lampert zeigte dass man nach einem schlechteren Ergebnis im Sprintrennen den Kopf noch nicht hängen lassen muss. Mit Platz 9 im Sprintrennen profitierte er von einer vorderen Startposition im Hauptrennen und konnte diese direkt umsetzen. Die Bonuspunkte für die schnellste Rennrunde im Hauptrennen waren noch die letzte Kür für den dritten Platz.

In der AM Klasse konnte sich Laszlo Lörincz mit dem Sieg im Sprint und zweiten Platz im Hauptrennen, sowie den Bonuspunkten für die Poleposition vor Robert Maier und Martin Zobel behaupten.

Als Führende zum zweiten Rennen reisen nun Frank Martin in der PRO Wertung und Laszlo Lörincz in der AM Wertung an.

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Zu den Ergebnissen

Highlights

27.03.2016 - 3h-Rennen SHM / Weil am Rhein

Ein bekannter Spruch besagt: Erstens kommt es anders - und zweitens, als man denkt. Es wäre wohl auch die perfekte Zusammenfassung für unseren Gaststart beim SHM Cup (Süddeutsche Hallenkart Meisterschaft) in Weil am Rhein. Denn eigentlich wollten Frank "Pille" Martin und sein Sohn Max das Rennen nur bestreiten, um sich auf die Winterserie an gleicher Stelle vorzubereiten.

Doch Max erwischte eine Erkältung, das Rennen war gebucht und drei Stunden alleine fahren konnte Pille natürlich nicht. So wurde Michael Bräutigam, frischgebackener Meister der "Heavy Man"-Serie, zwei Tage vor dem Rennen angefragt, ob er nicht mal wieder etwas Kart fahren möchte. Zum Glück sagte er auch spontan zu und der Start war gerettet.

Im Gegensatz zu Pille, der die Strecke bestens kennt (und im Schwarzwald-Cup am gleichen Tag und an gleicher Stelle noch P5 holte), war Michael noch nie im "Raceland" im Dreiländereck Deutschland/Frankreich/Schweiz. Bei der Streckenbegehung gab es aber bereits einige wertvolle Tipps. Max übernahm derweil den Posten des Teamchefs, sodass sich die Piloten ganz aufs Fahren konzentrieren konnten.

Im Zeittraining fuhr Pille nur einige Runden, um Michael eine Zeit zur Orientierung vorzulegen. Den Rest der 30-minütigen Sitzung absolvierte Michael, der sich im 13 Teams starken Feld genau in der Mitte einreihte: Platz 7.

Da laut Reglement der Fahrer den Start fahren muss, der im Zeittraining zuletzt im Kart saß, stand Michael als Startfahrer fest. Er hielt sich aus allen Scharmützeln raus, gab kurzfristig einen Platz an Ex-Schaltkart-Weltmeister Mike Halder vom Team Indy Kart Racing ab, übergab aber fahrerwechselbereinigt nach gut 30 Minuten auf Platz 6 liegend an Pille.

Dieser spulte, als alter Hase auf der Bahn, routiniert seine Runden ab und hielt uns im Rennen um Platz 4. Denn die Top 3 waren zu diesem Zeitpunkt vermeintlich schon zu weit weg.

Mit dem ersten Kartwechsel kurz nach der Einstundenmarke war wieder Michael an der Reihe. Dazu muss man sagen, dass bereits klar war: Wir werden zwei weitere gute Karts bekommen, denn diese belegten im Zeittraining Platz 1 und 2! Michael wusste das sofort umzusetzen und fuhr in 49,07 sogar fast nochmal eine halbe Sekunde schneller als im ersten Turn. Nach erneut 30 Minuten hieß es: Platz 5!

Dann war Pille wieder an der Reihe. Im Fernduell mit den Geschwistern Mike und Michelle Halder ging es immer hin und her. Doch diese sollten beim letzten Kartwechsel kein Glück haben und waren in der Entscheidung um die Plätze hinter dem Podium raus.

Ganz im Gegensatz zu Michael und Pille. Das letzte Kart, mit dem die Leader und späteren Sieger vom Team "Kasalla" eine 48,64 fahren konnten, versprach noch einmal einiges. Wieder war es an Michael, den Speed umzusetzen. Und das tat er auf beeindruckende Art und Weise: Er fuhr in 48,57 bei seinem ersten Rennen in Weil am Rhein die schnellste Runde im gesamten Rennen und überholte kurz vor dem letzten Fahrerwechsel den auf P3 liegenden Fahrer!

Dieser war jedoch bereits der Schlussfahrer für das entsprechende Team, sodass Pille nach dem Fahrerwechsel nochmal eine Aufholjagd vor sich hatte. Wie erhofft, konnte er die Lücke auch noch schließen, fuhr mit freier Fahrt fast eine halbe Sekunde schneller als der Vordermann. Doch für einen sauberen Angriff reichte es nicht mehr. Und da wir a) als Gäste da waren und b) Rempler sofort geahndet werden, riskierte Pille im Finish dann auch keine unsinnige Aktion.

So wurde es am Ende zwar "nur" der undankbare vierte Platz. Wenn man aber die Stärke und Dichte des Feldes bedenkt, hätten wir von so einer Platzierung vor dem Rennen nichtmals träumen dürfen. Wie gesagt: Meistens kommt es anders - und zweitens als man denkt!